Was versteht man unter dem Moro Reflex, auch Schreckreflex genannt und welche Symptome könne auftreten, wenn der Reflex nicht gehemmt wurde ?

Moro Reflex und Furchtlähmungsreflex

Entstehung intrauterin ca. 9. Schwangerschaftswoche.

Bleibt bestehen bis zum 4. Monat und wird durch die reife Schreckreaktion ersetzt. (Strauß Reflex)

 

Furcht Lähmungsreflex

Der Furchtlähmungsreflex (engl. FPR = Fear Paralysis Reflex) ist die frühe Form des Moro Reflexes und bereits in der der 9. SSW vorhanden. Durch Berührung der Mundregion, der Handflächen und Körper zieht sich der Embryo vom Stimulus zurück. Spätere Reaktionen bestehen unter anderem aus Erstarren, Bewegungsunfähigkeit, Sprachunfähigkeit und starken parasympathischen Reaktionen wie Atemstillstand, Absinken des Blutdrucks und der Körpertemperatur. Die Reaktion kann von Ohnmacht bis Tonusverlust auch stark ausfallen. Der plötzliche Kindstod (SIDS Sudden infant death syndrome) ist laut dem norwegischen Neurophysiologen und Hirnforscher Kadaa [1986,1995] mit großer Wahrscheinlichkeit eine Folge der FPR-Reaktion.

Moro Reflex

Dieser Moro – Reflex ist multisensorisch und kann infolge von vestibulär, taktil – kinästhetisch Afferenzen, als auch auditiv, visuell und olfaktorisch ausgelöst werden. Das Auslösen dieses Reflexes bewirkt zum einen eine Reaktion im sympathischen Nervensystem (Kämpfen oder Fliehen), zum anderen werden hormonelle Prozesse ausgelöst und  Adrenalin wird freigesetzt. Nach der Adrenalinausschüttung folgt dann Cortisol, das den Körper vor den ungünstigen Folgen einer zu langen Hochaktivierung durch Adrenalin schützen soll und gleichzeitig für eine erhöhte, länger anhaltende Wachsamkeit auf einem niedrigeren Niveau sorgt. Hinzu kommt, dass Cortisol in zu hoher Dosis das Immunsystem beeinträchtigt, dadurch kann eine erhöhte Infektanfälligkeit entstehen.

Wird dieser Reflex aktiviert, so reagiert das Baby mit plötzlicher Extension und Abduktion der Arme, die Hände öffnen sich und die Finger werden gestreckt. Die Beine zeigen eine leichte Abduktion, zeitgleich findet ein tiefes Einatmen statt. In der zweiten Phase atmet das Baby aus und fängt oft an zu schreien oder ist sichtlich beunruhigt. Der Reflex dient dem Schutz und der Selbsterhaltung des Kindes.

Der Moro Reflex wird unmittelbar nach der Geburt getestet und kann beim Ausbleiben oder bei asymmetrischer Reaktion bereits erste Hinweise auf neurologische Auffälligkeiten wie z.B. Hypertonus, Frakturen oder Hemiplegie geben.

Restreaktionen eines Moro Reflexes stellen das Schulkind vor eine Vielzahl an Problemen. Da der Reflex multisensorisch auslösbar sein kann, zeigt sich ein breites Spektrum möglicher Auffälligkeiten.

 

Welche Symptome können sich zeigen, wenn Moro und FPR Reflex nicht integriert wurden?

FPR Baby und Kleinkindalter

Starke Ängstlichkeit

Hypoaktivität

Starke Reaktion auf Veränderung

Stockender Atem

Bleiche Gesichtsfarbe

Extreme Schüchternheit

 

FPR Schulkindalter

Mutismus

Schüchternheit, Schwierigkeiten, Kontakte zu knüpfen

Unsicherheit, geringes Selbstwertgefühl

Ängste, Phobien

Versagensängste, Hang zum Perfektionismus

 

Moro Baby und Kleinkindalter

Hypersensibel gegenüber sensorischen Input

Häufiges Schreien

Vestibuläre Hypersensibilität

Häufige Infekte

 

Der Moro im Schulkindalter

Vestibuläre Hypersensibilität, Reisekrankheit, Gleichgewichtsprobleme

Visuelle Hypersensibilität, unausgereifte Augenmotorik, Stimulusgebundenheit, langsame Reaktionen

Auditive Hypersensibilität, mag keine lauten Dinge, Schwierigkeiten Störgeräusche auszublenden

Physiologische und emotionale Probleme, erhöhte sympathische Aktivität durch den „Kämpfen oder Fliehen Modus“. Reizoffen, leicht ablenkbar

Angst vor Kontrollverlusten, will ständig das Sagen haben, Schwierigkeiten sich anzupassen

Häufige Infekte, Allergien

Durch die Abduktion der Arme erhöhtes Verletzungsrisiko beim Fallen, keine Stützreaktionen

 

Der INPP Fragebogen

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